Unsere beschreibbaren Wände und wofür sie im Workshop wirklich genutzt werden

In Workshops entsteht viel Inhalt. Ideen, Fragen, Einwände, Entscheidungen. Das Problem ist selten die Menge, sondern die Flüchtigkeit. Denn was gesagt wird, ist schnell wieder weg. Was nicht sichtbar festgehalten wird, bleibt in einzelnen Köpfen und führt später zu Rückfragen, Wiederholungen und Missverständnissen.

Beschreibbare Wände setzen an diesem sehr praktischen Punkt an.

Die beschreibbare Wand in unserem Loft im Design Thinking Space Wien

Gedanken sichtbar halten

In beiden unserem Loft und unserem Penthouse gibt es jeweils eine beschreibbare Wand. Sie wird im Workshop als dauerhafte Arbeitsfläche genutzt: für Skizzen, Entscheidungsoptionen, Prozessschritte und offene Punkte.

Der entscheidende Unterschied zu Flipcharts oder mobilen Whiteboards ist einfach: Die Inhalte bleiben sichtbar. Gerade bei längeren Workshops oder ganztägigen Veranstaltungsformaten reduziert das Wiederholungen, Nachfragen und Missverständnisse und das über Pausen hinweg.

Struktur ohne zusätzliche Tools

Viele Gruppen versuchen, Komplexität über Dokumentation zu bändigen: Fotos, Protokolle, digitale Boards. Das passiert meist im Nachgang und kostet Zeit. Die beschreibbare Wand arbeitet im Moment.

Sie hält fest, was relevant ist, während es entsteht. So entsteht Struktur, ohne dass jemand parallel dokumentieren muss. Der Fokus bleibt bei der Arbeit und nicht erst bei der Absicherung.

Die beschreibare Wand in unserem Penthouse im Design Thinking Space Wien

Ein typisches Praxisbeispiel: die Klärungswand

Eine sehr häufige Nutzung der beschreibbaren Wand in unseren Spaces ist die sogenannte Klärungswand.

Die Wand wird dabei in drei Bereiche unterteilt:

  1. Was ist klar?

  2. Was ist unklar oder strittig?

  3. Was müssen wir entscheiden und bis wann?

Die Teilnehmer:innen bringen ihre Punkte ein, zunächst ohne Diskussion. Erst danach wird gemeinsam sortiert und geklärt:

  • Was ist wirklich offen?

  • Wo reden wir über Details, obwohl eine Entscheidung fehlt?

  • Was blockiert den nächsten Schritt?

Der Vorteil dieser Arbeit an der Wand ist, dass alles gleichzeitig sichtbar wird. Entscheidungen können direkt markiert werden, offene Punkte bleiben bewusst offen. Die Gruppe verliert weniger Zeit in Schleifen und gewinnt Orientierung.

Unterstützung für Moderation und Gruppe

Die beschreibbare Wand in unserem Loft im Design Thinking Space Wien

Für Moderator:innen ist die Wand ein zentrales Arbeitsmittel. Dadurch lassen sich Zusammenhänge aufbauen, verschieben oder ergänzen. Entscheidungen werden sichtbar gemacht, statt nur ausgesprochen.

Für die Gruppe entsteht Klarheit:

  • Worüber sprechen wir gerade?

  • Was ist bereits geklärt?

  • Was steht als Nächstes an?

Das macht Gespräche sachlicher und effizienter.

Fairere Beteiligung

In rein mündlichen Diskussionen dominieren oft einzelne Stimmen. Die Wand wirkt hier ausgleichend. Was notiert ist, steht im Raum und zwar unabhängig davon, wer es eingebracht hat. Das erleichtert es ruhigeren Teilnehmer:innen, ihre Gedanken einzubringen, und entlastet Gespräche von persönlichen Dynamiken.

So zeigen auch Untersuchungen zur Gruppenarbeit, dass visuell festgehaltene Inhalte die Akzeptanz von Entscheidungen erhöhen. Selbst dann, wenn nicht alle Vorschläge umgesetzt werden. Denn die Sichtbarkeit schafft Nachvollziehbarkeit.

Die beschreibbare Wand in unserem Loft im Design Thinking Space Wien

Besonders hilfreich bei …

Beschreibbare Wände bewähren sich vor allem bei:

  • Strategie- und Planungstagen

  • Entscheidungsworkshops

  • Retrospektiven

  • Trainings mit hoher Interaktion

  • mehrstündigen oder ganztägigen Formaten

  • Überall dort, wo Inhalte nicht nur besprochen, sondern weiterentwickelt werden sollen.

Fazit

Unsere beschreibbaren Wände sind kein kreatives Extra, sondern ein wichtiger Teil der Arbeitsumgebung.

Sie helfen dabei,

  • Inhalte sichtbar zu halten

  • Gespräche zu strukturieren

  • Entscheidungen nachvollziehbar zu machen

  • und Workshops effizienter zu gestalten

Kurz: Sie unterstützen genau das, wofür unsere Räume gedacht sind: konzentriertes Arbeiten an komplexen Themen.

Ingrid Gerstbach
Ingrid Gerstbach ist Österreichs Expertin für Design Thinking. Sie berät Unternehmen bei der Einführung von Design Thinking und in der erfolgreichen Umsetzung von Projekten.
https://ingridgerstbach.com
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