Der Design Thinking Space Podcast

Heute launchen wir unseren Podcast. Darin sprechen wir mit Trainer:innen, Moderator:innen und Berater:innen, die in unserem Design Thinking Space in der Ankerbrotfabrik gearbeitet haben. Menschen, die täglich mit Gruppen unterwegs sind und die uns erzählen, wie sich ihre Workshops hier verändert haben.

In diesem Podcast geht es um Methoden, Haltung, Energie.

Und immer wieder um eine Frage: Was macht eigentlich einen guten Workshopraum aus?

Nach hunderten Workshops von Innovationsprojekten bis Strategieklausuren ist uns eines klar geworden: Der Raum ist der heimliche Co-Trainer.

Warum wir 2017 einen eigenen Space gebaut haben

Aus Frust, ehrlich gesagt. Wir haben zu oft in Räumen moderiert, die gegen uns gearbeitet haben. Zu eng, zu dunkel, zu steif. Konferenzräume, die für Präsentationen gebaut wurden, nicht für Arbeit. Seminarhotels mit fixierten Tischen und Flipcharts aus den 90ern. „Kreativräume“, die von Innenarchitekten gestaltet wurden, die noch nie einen Workshop moderiert haben.

Also haben wir unseren eigenen gebaut. In der Ankerbrotfabrik in Wien. Unsere beiden Räume sind gestaltet von und für Menschen, die täglich mit Gruppen arbeiten. Die wissen, wo es hakt. Die spüren, was eine Gruppe braucht und was sie bremst.

Der Podcast: Perspektiven von Profis

Wir hätten eine schicke Raumführung filmen können mit Kameraschwenk, Möbeldetails, fertig.

Aber wir haben stattdessen etwas anderes gemacht. In diesem Podcast laden wir Menschen ein, die in unserem Space gearbeitet haben. Menschen, die täglich mit Gruppen unterwegs sind und genau wissen, wie viel ein Setting bewirken kann.

Unsere Fragen sind simpel:

  • Wie nutzt du den Raum?

  • Was verändert sich bei deinen Gruppen?

  • Welche Methoden funktionieren hier anders?

  • Was braucht es von dir, damit ein Raum überhaupt wirken kann?

  • Was ist wichtiger: Haltung oder Methode?

Das alles sind keine Werbeschleife. Es sind Perspektivensammlung. Denn eines ist klar: Ein Raum kann Ideen öffnen oder sie leise ersticken.

Was unseren Space anders macht

Bei der Gestaltung haben wir uns nicht gefragt: „Wie sieht ein schöner Raum aus?“, sondern: „Wie arbeitet ein Team wirklich?“

Beschreibbare Flächen statt Präsentationsmonokultur

Wenn sieben Menschen gleichzeitig an einer Wand schreiben – an verschiedenen Ecken, über verschiedene Ideen – entsteht eine andere Energie als beim „betreuten Lesen“ vor PowerPoint. Gleichzeitigkeit erzeugt Beteiligung. Und Beteiligung erzeugt Verantwortung.

Bewegliche Möbel: Weil Ideen rollen müssen

Rollbare Whiteboards, höhenverstellbare Tische, flexible Zonen.

Wenn Ideen in Bewegung sein sollen, dürfen Möbel nicht festgeschraubt sein. So einfach ist das.

Psychologische Sicherheit durch Gestaltung

Weite, Tageslicht, Rückzugsbereiche. Eine Küche, wo echte Gespräche entstehen. Eine Lounge zum Durchatmen.

Der Raum signalisiert, dass hier Platz für dich ist. Hier darfst du denken, auch laut.

All diese Dinge hier sind keine Deko, sondern sie sind gelebte Interventionen.

Zwei Ebenen – zwei Denkzustände

Loft, 8. Stock: Produktives Arbeiten, Fokus, Hands-on.

Penthouse, 9. Stock: Weite, Tiefgang, Perspektivwechsel.

Und dann die Aussicht über Wien.

Weite verändert Denken, das ist empirisch gut belegt. Studien zur „embodied cognition“ zeigen, dass Menschen, die physisch Höhe erleben, abstrakter und kreativer denken. Perspektive ist nicht nur Metapher, sondern neurokognitiv wirksam.

Der Raum ist kein Dekor, er ist Arbeitsinstrument

Viele „Innovationsräume“ scheitern an einem Punkt: Sie wurden nie aus Moderationspraxis gedacht.

Von Innenarchitektinnen, die noch nie einen Workshop moderiert haben. Oder vom Facility-Management, die „agile Räume“ wollten, aber nie selbst in einer Retro gesessen sind.

Ein Workshopraum ist kein hübsches Büro, sondern es ist vielmehr ein Arbeitsinstrument.

  • Wenn Tische im Weg stehen, stockt Dynamik.

  • Wenn Stifte nicht funktionieren, stirbt Engagement.

  • Wenn es keinen Platz für Kleingruppen gibt, bleibt Beteiligung oberflächlich.

  • Wenn die Pausenqualität fehlt, versanden Gespräche.

Deshalb sprechen wir im Podcast nicht nur über Möbel, sondern über Haltung, Methoden und über das Zusammenspiel von Setting und Verhalten.

Für wen dieser Podcast ist

Für Trainerinnen und Trainer, die wissen, dass ihre Formate noch mehr Wirkung entfalten könnten und ahnen, dass der Raum dabei eine Rolle spielt.

Für Unternehmen, die verstanden haben: Ein wichtiger Termin braucht mehr als einen Beamer und Mineralwasser.

Für Assistent:innen und Entscheider:innen, die gerade überlegen: Wo findet unsere nächste Strategieklausur statt? Wo der Workshop, bei dem wirklich etwas herauskommen soll?

Und für alle, die selbst einen Raum entwickeln wollen. Wir teilen offen, was funktioniert und was wir gelernt haben.

Unsere Einladung

Wir haben diesen Space gebaut, weil wir überzeugt sind, dass gute Räume Ergebnisse verändern. Aber wir können ihn nicht allein bespielen. Wir brauchen Menschen, die ihn nutzen. Die ihn mit Leben füllen.

Deshalb dieser Podcast, diese Gespräche und diese Offenheit.

Wenn Sie einen Ort suchen, an dem Teams wirklich arbeiten – denken, streiten, lachen, entwickeln – dann kommen Sie vorbei.

Oder hören Sie zuerst in Episode 1 hinein.

Beides ist ein guter Anfang.

Wir freuen uns darauf.

Ingrid Gerstbach
Ingrid Gerstbach ist Österreichs Expertin für Design Thinking. Sie berät Unternehmen bei der Einführung von Design Thinking und in der erfolgreichen Umsetzung von Projekten.
https://ingridgerstbach.com
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Unsere beschreibbaren Wände und wofür sie im Workshop wirklich genutzt werden